Neues Buch über Maria von Jever
Inhaltliche Beschreibung (Isensee-Verlag)
Eine Publikation zur Geschichte Marias von Jever aus Anlass des 525. Geburtstages und ihres 450. Todestages, gestützt von einer breiten Forschungsarbeit der letzten Jahre. Welche Quellen, Objekte und Orte erzählen noch heute vom außerordentlichen Leben der Regentin? Hierzu wurden gleichsam Kreise beschritten, die die Welt, das Land, die Stadt, das Schloss und den Alltag Marias beschreiben. Eingestreute Lesestoffe sind so ausgewählt, dass sie uns die Persönlichkeit Marias näherbringen können. Die sensiblen Fotografien von Andreas Reiberg machen auch Hinterlassenschaften und Spuren Marias, die im Verborgenen liegen, sichtbar.
Ziel dieser Publikation ist es nicht, eine neuerliche wissenschaftliche Arbeit vorzulegen, sondern vielmehr Quellen ans Licht zu ziehen, die für uns die Auswirkungen dieser Zeit des Umbruchs lesbar machen und die Folgen, die Marias Regentschaft für uns bis heute hat, aufzuspüren.
Antje Sander: Maria von Jever. Auf Spurensuche in Land, Stadt und Schloss. Oldenburg, Isensee, 2026. (ISBN: 978-3-7308-2323-1)
Das Buch ist im Museumsshop und im Online-Shop des Schlossmuseums erhältlich.
Playmobil-Figur Maria von Jever nun auch im Online-Shop des Schlossmuseums erhältlich
Die Playmobil-Figur ist für sechs Euro zu erwerben und wird mittlerweile neben der Tourist-Information an sieben weiteren Orten in der Innenstadt angeboten, darunter im Museumsshop des Schlossmuseums Jever.
Im Rahmen der Playmobil-Aktion rund um „Fräulein Maria“ hat das Schlossmuseum Jever einen Online-Shop erstellt, in dem neben der Marienfigur noch weitere beliebte Produkte aus dem Museumsshop erhältlich sind – rund um die Uhr und für ganz Deutschland verfügbar.
Der Online-Shop des Schlossmuseums ist unter der Adresse www.museumsshop-jever.de erreichbar.
Salon im Schloss: “Maria und ihr Geld”
Donnerstag, 20.02.2026, 19 Uhr
ehemaliger Küchensaal des Schlossmuseums Jever
Zum mittlerweile neunten Mal nimmt sich der „Frauenort Maria von Jever“ in seinem Salon zum Todestag der Regentin eines aktuellen Themas an. Im Salon 2026 stehen das Geld und die finanzielle Lebenswirklichkeit von Frauen im Fokus.
Als Gastrednerin wird Michaela Abken-Jürgens von der Wirtschaftsförderung Wilhelmshaven die heutige Rolle der Frauen im Finanzbereich beleuchten. Für die musikalische Begleitung sorgen Gitarrist Roland Legantke und Sängerin Sheila Heyartz.
Einen historischen Beitrag zu Fräulein Marias Verhältnis zum Geld wird Prof. Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums Jever, halten. In ihrem Vortrag widmet sie sich der Bedeutung des Geldes zu Zeiten der Regentin. Maria hat ihr Recht, Münzen zu schlagen, gezielt politisch genutzt. So ließ sie unter anderem das Wappen der Oldenburger auf die Münzen prägen. Um 1570 ließ sie wiederum Münzen prägen, die auf die damalige politische Situation des Jeverlandes schließen lassen.
Hintergrund:
Niedersachsen hat viel zu bieten, auch eine reiche Frauengeschichte. Diesen besonderen Schatz präsentiert Ihnen die Initiative „frauenORTE Niedersachsen“ des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V. Der frauenORT „Maria von Jever“ ist in Kooperation mit dem Schlossmuseum Jever, der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Jever sowie den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Jever und dem Landkreis Friesland entstanden und wurde im Februar 2016 eröffnet.
Musikalisch-literarische Spurensuche: Stefanie Golisch bringt die „frauenORTE“ der Region zum Klingen
Das Programm führt zu den sieben frauenORTEn der Region und erzählt von Frauen, die mit Mut und Talent bleibende Spuren hinterließen – darunter die Politikerin Ingrid Buck, Opernsängerin Sara Oppenheimer, Ärztin Hermine Heusler-Edenhuizen, die Schriftstellerinnen Wilhelmine Siefkes und Antje Brons, Widerstandskämpferin Recha Freier sowie Maria von Jever.
Mit Musik aus verschiedenen Epochen – vielfach von Komponistinnen – und ausgewählten Texten lässt Golisch die Lebensgeschichten dieser Frauen lebendig werden. Am Klavier begleitet sie sich selbst und schafft eine Atmosphäre großer Intensität.
„Dieses Programm lädt ein, den Spuren der Frauengeschichte in Ostfriesland zu folgen – und vielleicht auch Parallelen zum eigenen Leben zu entdecken“, sagt die Künstlerin.
Veranstaltung: „Eine musikalisch-literarische Spurensuche auf der ostfriesischen Halbinsel“
Mit: Mezzosopranistin Stefanie Golisch
Ort: Schlossmuseum Jever
Datum: 25.11.2025, 19:00 Uhr
Eintritt: 5,00 € | Tickets im Schlossmuseum
Weitere Informationen, Dokumente und Bildmaterial finden Sie im Pressebereich des Schlossmuseums Jever: www.schlossmuseum.de/presse/pressemitteilung-musikalisch-literarische-spurensuche-stefanie-golisch-bringt-die-frauenorte-der-region-zum-klingen/.
Beitrag über Maria von Jever und das Marienläuten im Deutschlandfunk
Die Frequenz des Deutschlandfunks für Jever kann hier gefunden werden: www.deutschlandfunk.de/frequenzsuche?drsearch:plz=&drsearch:ort=Jever.
Der knapp 5-minütige Beitrag ist auch digital nachhörbar und downloadbar: www.deutschlandfunk.de/regentin-maria-von-jever-100.html.
Das Fadenglas Marias von Jever
Das Silberkammer-Inventar des jeverschen Schlosses von 1593 verzeichnet „1 groiss cristalnen glass, welches unserm gnädigen herrn das froilein christmilder gedechtnius zur willkom, wie die huligung geschein, zugedrunken.“ 1653 heißt es: „ein hohes weißstrimig Glas mit einem Deckel, welches Frl. Maria Graf Johann von Oldenburg bei Übergebung der Herschaft Oldenburg zugetrunken“ und ausführlicher 1699: „weiland Frl. Marien glas mit weissen striepen, woraus dieselbe dem hochseligen grafen Johann die herschaft Jever zugetrunken, und hernach von Fürst Carl Wilhelm hochfürstliche Durchlaucht mit einem silbernen und vergüldeten Fuß verzieret worden“.1
Auch im 19. Jahrhundert wird die Kostbarkeit zusammen mit anderen Zimelien in einem Mahagonischrank im Wohnzimmer der Großherzogin präsentiert:
„Im Wohnzimmer der Frau Großherzogin2, 1850
1 mahagonie Nipschrank, worin befindlich:
2 eiserne Ärmel vom Panzer (Das Kettenhemd Marias)
1 silber vergoldeter Pokal nebst Deckel (Der Huldigungsbecher)
1 silberner Altarkelch mit zwei Hostienteller
1 metallenes Blashorn (Das Signalhorn von der Sibetsburg)
1 gläserner Humpen mit 2 Wappen
1 gläsern weiß gestreifte mit Deckel und silbernen Fuß (Das Fadenglas)
12 Pocale von Glas mit dito Deckeln“.
Die Landesherrin Maria (1500-1575) soll aus diesem Glas ihrem Nachfolger Graf Johann VII. von Oldenburg „zugetrunken“ haben; ein festlicher Akt, der die Übertragung des Jeverlandes an die Grafschaft Oldenburg 1573/1575 unterstreichen sollte. Das Zutrinken war sicherlich der krönende Abschluss der Feierlichkeiten aus Anlass der Eventualhuldigung am 20. Oktober 1574. Nach einer schweren Krankheit ließ Maria Johann VII nach Jever kommen, wo ihm von ihrem Hofstaat und den Vertretern von Stadt und Land gehuldigt wurde.3
Das kostbare und luxuriöse Glas ist vermutlich Antwerpener Arbeit und in der in Venedig gepflegten Technik mit unterschiedlichen Farbabstufungen gestaltet. Die besondere Wertschätzung unterstreicht auch, dass es 1690 durch den jeverschen Goldschmied Rudolf Onnen mit einer vergoldeten Silberfassung im Auftrag der regierenden Fürsten von Anhalt-Zerbst versehen wurde.
Da es sich um einen zentralen Gegenstand für die Identität und Geschichte des Jeverlandes handelt, wurde das Fadenglas bis 1921 im Schloss zu Jever präsentiert. Am 28. April 1921 hatte sich der damalige Direktor des Landesmuseums Walter Müller-Wulckow (1886-1964) das Fadenglas und auch den Huldigungsbecher aus dem Jahre 1542 von Schlossverwalter Johann Broockmann aushändigen und in einer Kiste nach Oldenburg bringen lassen. Der für das Museum zuständige Vorstand des Jeverländischen Altertums- und Heimatverein war nicht in diese Transaktion einbezogen worden und reagierte mit einem empörten „Das lassen wir uns nicht gefallen“, wie im Protokollbuch des Vereins vermerkt. Auch der Historiker und Leiter des Oldenburgischen Archivs Georg Sello nahm in seiner noch immer lesenswerten Landesgeschichte „Östringen und Rüstringen“ auf Seiten der Jeverländer Stellung: „Graf Anton Günther, die Anhaltiner, die Russen, Holländer und Franzosen, ja auch der Sammeleifer von Altens in großherzoglich-oldenburgischer Zeit hatten die Reliquien einer schon zum Teil der Sage anheimgefallenen rühmlichen Vergangenheit respektiert, bis die neue Ära von 1918 die geschichtlichen Zusammenhänge gewaltsam zerrissen und beide Stücke in dem staatlichen Museum in der Stadt Oldenburg kasernierte … Gewiß kommt es vor allem darauf an, dass „die Zeugen der Vergangenheit in uns weiterleben“, aber darüber hinaus kommt es darauf an, dass die Zeugen an der rechten Stelle stehen und zu uns sprechen können; das heißt nicht in dem wesensfremden Staatsmuseum in Oldenburg, sondern in dem tatsächlich allein die Tradition weiterführen Heimatmuseum zu Jever. Musealer Schildbürgerstreich erscheint es demgegenüber, dass, um den historischen Ansprüchen entgegenzukommen, der Aufbewahrungsort halbjährlich wechselnd bald in Jever bald in Oldenburg sein soll.“4
Nachfolgend entspannte sich ein langwieriger Streit um den Verbleib des kostbaren Glases, der noch nicht abgeschlossen ist. Nach jahrelangem halbjährlichem Wechsel des Fadenglases und des Huldigungsbechers zwischen Jever und Oldenburg kam man schließlich zu dem Kompromiss, dass der Huldigungsbecher in Jever und das Fadenglas in Oldenburg verbleiben sollte.5 Dennoch ist der Vorgang natürlich immer noch nicht vor dem Hintergrund der hohen Bedeutung für die jeverländische Geschichte endgültig geklärt. Dies gilt auch für weitere Objekte, die im Zuge der Zentralisierung und Bildung einer „oldenburgischen Geschichte“ aus dem Schloss zu Jever ins Landesmuseum gekommen sind. Hier sollen und müssen sicherlich noch weitere Verhandlungen folgen.
Ab September 2025 ist das Fadenglas jedoch im Schlossmuseum Jever aus Anlass des 450. Todestages und 525. Geburtstages Marias von Jever zu besichtigten.
1 Zitiert: Georg Sello, Östringen und Rüstringen, Oldenburg 1928, S. 245.
2 Niedersächsisches Landesarchiv, Abteilung Oldenburg (NLA Ol), Best. 10, Best.12-1 Nr. 23 Meubln-Inventarium des Grossherzogl. Schlosses zu Jever, Inventarium des Schlosses zu Jever aufgenommen am 27. August 1850. Die genannten Zimmer wurden wohl von der zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Großherzogin Cäcilie (1807-1844) genutzt.
3 NLA OL Best. 90 Tit.5, Nr. 1, betr. die Grafen Johann von Oldenburg im Jahre 1574 in Jever geleistete Eventualhuldigung , 1574, April 20 – Dez. 23 (alte Sig. Aa Herrschaft Jever, Abt. A, Tit. V no. 82).
4 Georg Sello, Östringen und Rüstringen, Oldenburg 1928, S. 245.
5 Über diesen Streit gibt es einen umfangreichen Aktenbestand sowohl im Archiv des Schlossmuseums Jever als auch im Landesarchiv Oldenbrug. NLA OL Best. 262-4, Nr. 11690, 1923-1951.





